Kabelquerschnitt berechnen
Ein 16-A-Verbraucher am Ende einer 35 m langen, einphasigen Kupferleitung mit 230 V braucht 4 mm², um unter 3 % Spannungsfall zu bleiben — rechnerisch sind 2,80 mm² nötig, und 2,5 mm² liegen knapp darunter. Mit 4 mm² fallen 4,8 V ab, also 2,1 %.
Ergebnis
- Zu wählender Querschnitt
- 4 mm²
- Rechnerisch nötiger Querschnitt
- 2,8 mm²
- Spannungsfall
- 4,8 V
- Spannungsfall in Prozent
- 2,1 %
- Nicht genutzte Reserve
- 0,9 %
Ausgelegt allein auf den Spannungsfall. Die Strombelastbarkeit richtet sich nach DIN VDE 0298-4 und der Verlegeart und ist gesondert zu prüfen.
Ein Querschnitt kleiner, einer größer — für genau diese Leitung
- 2,5 mm²3,4 % · 7,7 VGrenzwert überschritten
- 4 mm²2,1 % · 4,8 VIm zulässigen Bereichdein Kabel
- 6 mm²1,4 % · 3,2 VIm zulässigen Bereich
Zulässiger Spannungsfall: 3,0 % · IEC 60228
So wird gerechnet
Die Querschnittsbestimmung besteht aus zwei voneinander unabhängigen Fragen, und der Rechner oben beantwortet die zweite. Die Strombelastbarkeit klärt, ob die Leitung den Betriebsstrom thermisch aushält; das steht in den Tabellen der DIN VDE 0298-4 und hängt an Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur. Der Spannungsfall ist reine Rechnung:
A ≥ k · ρ(T) · L · I / ΔU
A ist der Querschnitt in mm², k ist 2 bei Gleichstrom und einphasigem
Wechselstrom und √3 im Drehstromnetz, ρ(T) der spezifische Widerstand bei
Betriebstemperatur, L die einfache Länge, I der Betriebsstrom und ΔU der
zulässige Spannungsfall in Volt. Für Kupfer bei 20 °C sind das 0,017241 Ω·mm²/m,
korrigiert mit α = 0,00393 je Kelvin.
Das Ergebnis wird auf den nächstgrößeren Normquerschnitt aufgerundet — 1,5; 2,5; 4; 6; 10 mm² und so weiter nach IEC 60228. Abrunden würde eine Leitung liefern, die den eingegebenen Grenzwert gerade verfehlt, weshalb der empfohlene Wert immer mindestens so groß ist wie der rechnerische.
Eine Strombelastbarkeit erfindet der Rechner nicht. Sie ist von der Verlegeart abhängig und damit national geregelt: die deutsche Ausgabe verweist dafür auf DIN VDE 0298-4 und sagt offen, dass dieser Teil der Prüfung separat gehört — eine Zahl ohne nachvollziehbare Quelle wäre auf einer Seite, auf der jemand eine Leitung bestellt, das schlechtere Ergebnis.
Rechenbeispiel
Dein Stromkreis
- Netzform
- Wechselstrom, einphasig
- Betriebsspannung (V)
- 230,0 V
- Betriebsstrom (A)
- 16 A
- Leitungslänge, einfach
- 35 m
- Leitermaterial
- Kupfer
- Normreihe
- mm² (IEC)
- Zulässiger Spannungsfall (%)
- 3,0 %
Ergebnis
- Rechnerisch nötiger Querschnitt
- 2,8 mm²
- Zu wählender Querschnitt
- 4 mm²
- Spannungsfall
- 4,8 V
- Spannungsfall in Prozent
- 2,1 %
- Nicht genutzte Reserve
- 0,9 %
- Formel
A ≥ k · ρ(T) · L · I / ΔU- Norm
- IEC 60228, IEC 60028
- Grenzen des Modells
- Gerechnet wird rein resistiv: der induktive Anteil bleibt unberücksichtigt, was unter etwa 95 mm² und bei kurzen Leitungen vernachlässigbar ist.
Ausgelegt allein auf den Spannungsfall. Die Strombelastbarkeit richtet sich nach DIN VDE 0298-4 und der Verlegeart und ist gesondert zu prüfen.
Gerechnet von Voltacalc mit derselben Engine wie der Rechner oben.
Was in Deutschland gilt
In Deutschland treffen zwei Werte aufeinander: DIN 18015-1 nennt 3 % zwischen Zählerplatz und Verbrauchsmittel, DIN VDE 0100-520 empfiehlt 3 % für Beleuchtung und 5 % für übrige Stromkreise ab Übergabepunkt. Wer eine Wallbox oder einen Durchlauferhitzer anschließt, rechnet zusätzlich dreiphasig — bei gleicher Leistung fällt der Querschnitt auf 400 V deutlich kleiner aus als einphasig auf 230 V.
- Wer entscheidet
- VDE/DKE, der Netzbetreiber (TAB) und die eingetragene Elektrofachkraft
- Norm
- DIN VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen), DIN 18015 für Wohngebäude
- Belastbarkeitstabelle
- DIN VDE 0298-4 — Strombelastbarkeit nach Verlegeart, mit den Umrechnungsfaktoren für Häufung und Umgebungstemperatur
- Zulässiger Spannungsfall
- DIN 18015-1 nennt für Wohngebäude 3 % Spannungsfall zwischen Zählerplatz und Verbrauchsmittel; DIN VDE 0100-520 (Anhang G, harmonisiert aus HD 60364-5-52) empfiehlt 3 % für Beleuchtung und 5 % für übrige Stromkreise ab Übergabepunkt. Beides sind Empfehlungen, die TAB des Netzbetreibers kann strenger sein. (Geprüft: 12. September 2026)
Häufige Fragen aus der Praxis
Einfache oder doppelte Leitungslänge eingeben?
Die einfache Länge bis zum Verbraucher. Der Rechner verdoppelt sie bei Gleichstrom und einphasigem Wechselstrom selbst und rechnet dreiphasig mit dem Faktor √3, weil der Strom dort über die Außenleiter anders zurückfließt.
Warum kommt ein größerer Querschnitt heraus als in der Belastbarkeitstabelle?
Weil hier der Spannungsfall bemessen wird und nicht die Erwärmung. Die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4 sagt, ob die Leitung den Strom thermisch verträgt; der Spannungsfall entscheidet, ob am Verbraucher noch genug Spannung ankommt. Bei langen Leitungen gewinnt fast immer der Spannungsfall.
Gilt der Rechner auch für Aluminium?
Ja, Aluminium ist als Material wählbar. Der spezifische Widerstand liegt rund 64 % höher als bei Kupfer, der nötige Querschnitt also etwa eine bis zwei Normstufen darüber. Klemmstellen müssen für Aluminium zugelassen sein.
Mit welcher Leitertemperatur wird gerechnet?
Mit 20 °C. Warme Leiter haben mehr Widerstand — Kupfer bei 70 °C etwa 20 % mehr —, sodass der ausgewiesene Spannungsfall das günstige Ende der Spanne ist. Für eine Betrachtung bei Betriebstemperatur die Temperatur entsprechend erhöhen.
Normen und Quellen
- DIN VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen), DIN 18015 für Wohngebäude
- DIN VDE 0298-4 — Strombelastbarkeit nach Verlegeart, mit den Umrechnungsfaktoren für Häufung und Umgebungstemperatur
Zuletzt geprüft: 12. September 2026
Rechner
- SpannungsfallVolt und Prozent Verlust auf einer Leitung, deren Querschnitt schon feststeht.
- Ohmsches GesetzZwei von vier Größen genügen — dazu die Normwerte, die es tatsächlich zu kaufen gibt.
- Elektrische LeistungVom Typenschild zum Strom und zurück, mit cos φ, Wirkungsgrad und Sicherungsprüfung.
- Widerstand-FarbcodeRinge zu Ohm — mit dem Bereich, den die Toleranz wirklich zulässt, und dem Wert bei einem falsch gelesenen Ring.
- SicherungDie Stufe über deinem Betriebsstrom — und die Frage, ob die Leitung dahinter diesen Nennstrom überhaupt trägt.