Sicherung berechnen

16 A Betriebsstrom führen auf einen Automaten mit 16 A: die nächstkleinere Stufe mit 13 A würde bei genau dieser Last auslösen, obwohl der Stromkreis gesund ist. 20 A sind nur dann zulässig, wenn die Leitung diesen Strom dauerhaft trägt - geschützt wird die Leitung, nicht das Gerät.

Dein Stromkreis

Aus deiner Tabelle, bereits für Häufung und Temperatur umgerechnet. Leer lassen, wenn der Wert fehlt.

Heizung, Wallbox und Beleuchtung laufen stundenlang, deshalb bekommt die Sicherung 25 % Reserve.

Ergebnis

Nennstrom der Sicherung
16 A
Betriebsstrom für die Auslegung
16 A

Ohne Strombelastbarkeit prüft hier nichts die Leitung - und die Sicherung schützt die Leitung, nicht das Gerät.

Die Stufe darunter und die darüber

  • 13 A-3 ALöst bei dieser Last aus
  • 16 A0 ATrägt die Lastdeine Sicherung
  • 20 A4 ATrägt die Last

IEC 60898-1 / VDE 0641 · Ohne Strombelastbarkeit prüft hier nichts die Leitung - und die Sicherung schützt die Leitung, nicht das Gerät.

So wird gerechnet

Zwei Bedingungen müssen gleichzeitig gelten, und sie ziehen in verschiedene Richtungen:

Betriebsstrom  ≤  Nennstrom der Sicherung  ≤  Strombelastbarkeit der Leitung

Die linke hält den Stromkreis in Betrieb: ein Nennstrom unter dem Betriebsstrom löst bei einer Last aus, die nichts falsch macht. Die rechte hält ihn sicher: ein Automat, der größer ist als die Leitung verträgt, lässt das Kabel dauerhaft heiß werden, denn aus Sicht des Geräts passiert nichts Ungewöhnliches.

Der Betriebsstrom für die Auslegung ist der Laststrom, bei Dauerlast mit der Reserve multipliziert. Dieser Faktor ist eine Regel aus dem Normenwerk und keine Physik, deshalb ist er hier eine Eingabe und wandert mit dem Ergebnis mit - und gerundet wird nach oben, auf die nächste Stufe, die es in der gewählten Reihe gibt.

Was der Rechner dem einzelnen Wert hinzufügt, sind die beiden Stufen daneben, mit demselben Maßstab bewertet: die eine zeigt, was das Sparen kostet, die andere zeigt, wo “lieber eine Nummer größer” aufhört, sicher zu sein. Bleibt das Feld für die Belastbarkeit leer, stimmt die Auslegung weiterhin - aber nichts auf dieser Seite hat die Leitung geprüft, und das Panel sagt es, statt eine Prüfung vorzutäuschen.

Rechenbeispiel

Dein Stromkreis

Betriebsstrom (A)
16 A
Art der Last
Zeitweise
Nennstromreihe
IEC 60898-1 / VDE 0641

Ergebnis

Nennstrom der Sicherung
16 A
Betriebsstrom für die Auslegung
16 A

Trägt die Last

Formel
Ib · k ≤ In ≤ Iz
Norm
IEC 60898-1, IEC 60364-4-43
Grenzen des Modells
Nur Überlast: die Sicherung muss auch den Kurzschluss abschalten, und das hängt vom prospektiven Kurzschlussstrom und vom Schaltvermögen ab.

Ohne Strombelastbarkeit prüft hier nichts die Leitung - und die Sicherung schützt die Leitung, nicht das Gerät.

Gerechnet von Voltacalc mit derselben Engine wie der Rechner oben.

Was in Deutschland gilt

In Deutschland ist der klassische Endstromkreis der 16-A-Automat auf 1,5 mm² oder 2,5 mm², und die Auswahl selbst steckt nicht in einer einzelnen Formel, sondern in der Bedingung Ib ≤ In ≤ Iz aus der DIN VDE 0100-430 zusammen mit den Belastbarkeitstabellen der 0100-520. Praktisch scheitert es fast nie am Nennstrom, sondern an der Verlegeart: dieselbe Leitung trägt unter Putz, im Bündel mit fünf anderen und in einer gedämmten Wand drei verschiedene Ströme. Der Netzbetreiber und die TAB regeln davor den Zählerplatz, nicht den einzelnen Stromkreis.

Wer entscheidet
VDE/DKE, der Netzbetreiber (TAB) und die eingetragene Elektrofachkraft
Norm
DIN VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen), DIN 18015 für Wohngebäude
Belastbarkeitstabelle
DIN VDE 0298-4 - Strombelastbarkeit nach Verlegeart, mit den Umrechnungsfaktoren für Häufung und Umgebungstemperatur
Zulässiger Spannungsfall
DIN 18015-1 nennt für Wohngebäude 3 % Spannungsfall zwischen Zählerplatz und Verbrauchsmittel; DIN VDE 0100-520 (Anhang G, harmonisiert aus HD 60364-5-52) empfiehlt 3 % für Beleuchtung und 5 % für übrige Stromkreise ab Übergabepunkt. Beides sind Empfehlungen, die TAB des Netzbetreibers kann strenger sein. (Geprüft: 12. September 2026)

Häufige Fragen aus der Praxis

Wann ist eine Last eine Dauerlast?

Wenn ihr Höchststrom drei Stunden und länger anliegt: Wallbox, Heizstab, Beleuchtung im Laden, eine Pumpe mit langem Zyklus. Dann wird der Nennstrom mit Reserve gewählt, weil sich der Automat über diese Stunden selbst erwärmt und seine Auslösekennlinie mitwandert.

Warum fragt der Rechner nach der Strombelastbarkeit?

Weil genau die geschützt wird. Die Last bestimmt den kleinsten Nennstrom, der nicht grundlos auslöst; die Leitung bestimmt den größten, der zulässig ist. Ohne den zweiten Wert landet eine 1,5-mm²-Leitung hinter einem 20-A-Automaten und wird warm, ohne dass je etwas fällt.

Ist Aufrunden immer richtig?

Auf der Überlastseite ja: ein Nennstrom unter dem Betriebsstrom löst im gesunden Betrieb aus, und wer jeden Abend wieder einschalten muss, baut irgendwann etwas viel zu Großes ein. Das Aufrunden endet aber an der Leitung - die nächste Stufe gibt es nur, wenn Iz sie hergibt.

Deckt das auch den Kurzschluss ab?

Nein, hier geht es allein um Überlast. Das Abschalten im Kurzschlussfall hängt vom prospektiven Kurzschlussstrom an dieser Stelle und vom Schaltvermögen des Geräts ab und ist eine eigene Rechnung.

Normen und Quellen

  • DIN VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen), DIN 18015 für Wohngebäude
  • DIN VDE 0298-4 - Strombelastbarkeit nach Verlegeart, mit den Umrechnungsfaktoren für Häufung und Umgebungstemperatur

Zuletzt geprüft: 13. September 2026

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