Welche Sicherung zu welchem Querschnitt
Die Regel hinter fast jeder Sicherungsfrage: erst der Betriebsstrom, dann der genormte Nennwert, und die Leitung setzt die Obergrenze.
Nachrechnen: Sicherung
Die Sicherung ist für die Leitung da
Ein Leitungsschutzschalter schützt nicht Ihren Trockner, Ihre Wallbox oder Ihre Kreissäge — die schützen sich selbst. Er schützt die Leitung in der Wand davor, mehr Strom zu führen, als sie als Wärme wieder loswird. Dieser eine Satz beantwortet die meisten Sicherungsfragen, auch die unausgesprochene: warum nicht einfach eine größere?
Weil die Leitung nicht größer geworden ist.
Ib ≤ In ≤ Iz, in dieser Reihenfolge
Zuerst der Betriebsstrom Ib: was der Stromkreis tatsächlich zieht. Dann der Nennstrom In: der nächsthöhere genormte Wert nach IEC/DIN EN 60898-1, also aufgerundet, nie abgerundet. Zuletzt Iz, die Strombelastbarkeit der Leitung in ihrer konkreten Verlegeart samt Reduktionsfaktoren für Häufung und Umgebungstemperatur. Die Kette muss in dieser Reihenfolge aufgehen.
Durchgerechnet: ein Betriebsstrom von 16 A führt auf einen Nennwert von 16 A. Ob dieser Automat auf 1,5 mm² oder erst auf 2,5 mm² zulässig ist, entscheidet Iz — und damit die Verlegeart, nicht der Wunsch nach einer runden Zahl.
Größerer Querschnitt heißt nicht größere Sicherung
Hier treffen sich lange Leitung und Sicherungsauswahl. Wer wegen des Spannungsfalls von 2,5 mm² auf 4 mm² geht, hat mehr Spannung am Ende — nicht mehr Ampere am Automaten. Der Nennwert richtet sich weiter nach dem Betriebsstrom und nach der kleinsten Ader im Stromkreis.
Warum hier keine Tabelle steht
Diese Seite nennt einen Wert und keine Spalte. Die Belastbarkeitstabellen der DIN VDE 0100-520 sind ein urheberrechtlich geschütztes Werk, das der Verlag verkauft; sie auf einer werbefinanzierten Seite nachzudrucken, ist kein Zitat. Der bessere Grund: der Tabellenwert ist ein Startwert, den Häufung, Umgebungstemperatur und Verlegeart anschließend verschieben. Eine Liste von Paaren lädt dazu ein, genau diesen Schritt zu überspringen.
Wenn der Automat ständig fällt
Erst messen, was der Stromkreis zieht, dann handeln. Fällt er bei echter Überlast, tut er seine Arbeit. Fällt er beim Anlauf eines Motors, braucht es eine andere Auslösecharakteristik (C statt B) und keinen höheren Nennwert. Fällt er ohne Last, ist ein Fehler zu suchen. Ein größerer Automat ist nur dann richtig, wenn Leitung und Klemmen ihn tragen — dann war er vorher zu klein.
Zuletzt geprüft: 13. September 2026